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Chapter 11

"Ach, lieber Vater, als ich gestern im Wald bei dem Brunnen sass und spielte, da fiel meine goldene Kugel ins Wasser. Und weil ich so weinte, hat sie der Frosch wieder heraufgeholt, und weil er es durchaus verlangte, so versprach ich ihm, er sollte mein Geselle werden; ich dachte aber nimmermehr, dass er aus seinem Wasser herauskönnte. Nun ist er draussen und will zu mir herein." Und schon klopfte es zum zweitenmal und rief:
"Königstochter, jüngste,
Mach mir auf,
Weisst du nicht, was gestern
Du zu mir gesagt
Bei dem kühlen Wasserbrunnen?
Königstochter, jüngste,
Mach mir auf!"
Da sagte der König
"Was du versprochen hast, das musst du auch halten; geh nur und mach ihm auf."
Sie ging und öffnete die Türe, da hüpfte der Frosch herein, ihr immer auf dem Fusse nach, bis zu ihrem Stuhl. Da sass er und rief:
"Heb mich herauf zu dir."
Sie zauderte, bis es endlich der König befahl. Als der Frosch erst auf dem Stuhl war, wollte er auf den Tisch, und als er da sass, sprach er:
"Nun schieb mir dein goldenes Tellerlein näher, damit wir zusammen essen."
Das tat sie zwar, aber man sah wohl, dass sie's nicht gerne tat. Der Frosch liess sich's gut schmecken, aber ihr blieb fast jedes Bisslein im Halse. Endlich sprach er:
"Ich habe mich sattgegessen und bin müde; nun trag mich in dein Kämmerlein und mach dein seiden Bettlein zurecht, da wollen wir uns schlafen legen."
Die Königstochter fing an zu weinen und fürchtete sich vor dem kalten Frosch, den sie nicht anzurühren getraute und der nun in ihrem schönen, reinen Bettlein schlafen sollte. Der König aber ward zornig und sprach:
"Wer dir geholfen hat, als du in der Not warst, den sollst du hernach nicht verachten."
Da packte sie ihn mit zwei Fingern, trug ihn hinauf und setzte ihn